Pragestt – Prager Germanistische Studententagung

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Am PRAGESTT nahm ich zum ersten Mal 2012 teil und präsentierte da die bestehenden Resultate meiner Dissertation, die sich mit der deutschmährischen Literatur der ästhetischen Moderne auseinandersetzt. Den Schwerpunkt meines ersten Beitrags bei PRAGESTT (2012) bildete die Lyriksammlung Empfindames Notierbüchlein von dem Brünner Schriftsteller, Essayist und Rezensent Eugen Schick. Schicks Mittelachsengedichte weisen durch ihre Form auf eine Vorlage in dem berühmten Phantasus von Arno Holz hin und stehen qualitativ eindeutig höher als die Lyrik der sg. Holzschule.

Für den 3. Jahrgang der PRAGESTT (2013) wurden drei Texte der deutschmährischen Literatur zum Thema meines Beitrags – die Erzählungen Margarete von Marie von Ebner-Eschenbach und Das Tulpenlicht von Hans Müller und das Drama Liebe von Franz Schamann. Die Protagonistinnen dieser Texte sind eindeutig zu den Frauentypen „femme fatale“ bzw. „süßes Mädel“ zuzuordnen, die die Literatur der Wiener Moderne prägen. Die deutschmährischen Autoren scheinen jedoch die genannten Typisierungen mit naturalistischen Motiven des gesellschaftlichen Aufstiegs zu verbinden und widersprechen somit (wenigstens was die mährische Region angeht) der üblichen These über das Ausbleiben des Naturalismus in Österreichischen Ländern.

Alžběta Peštová